Hochzeitsplanung

Love & Weddings Interview – Hochzeiten in Fotos und Bewegtbild

6. Januar 2020

Unser Herz-Ass Nico von Nordheim ist euer Ansprechpartner, wenn es um Hochzeitsaufnahmen auf Fotos und im Bewegtbild geht. Mit uns hat er über seine Arbeit als Hochzeitsfotograf und Hochzeitsfilmer gesprochen.

Du bist sowohl Fotograf als auch Videograf. Was ist heutzutage eher gefragt? Sind es ganz klassisch Hochzeitsfotos oder sind Videos als Reportage im Kommen?

Für die meisten meiner Paare stehen tolle Fotos von ihrem Tag immer noch an erster Stelle. Ganz klar. Aber in den letzten Jahren ist das Thema Video auch enorm wichtig und groß geworden. Das hat, glaube ich, verschiedene Gründe. Zum einen die technische Entwicklung im Bereich der Kameras und Software. Heute braucht es kein Hollywood-Setup, um einen beeindruckenden und cineastischen Look zu kreieren. Das war vor ein paar Jahren in der Form noch unvorstellbar. Zum anderen aber auch die Art, wie und über welche Kanäle wir konsumieren. Plattformen wie Instagram oder Facebook sind aus unserem Leben einfach nicht mehr wegzudenken – wir möchten andere Menschen an unserem Leben teilhaben lassen. Ein emotionales und ästhetisches Video eignet sich dafür einfach perfekt.

Tatsächlich hatte ich dieses Jahr mein erstes Paar, dass sich ganz bewusst für eine ganztägige Video-Reportage entschieden hat. Die Fotografin, die noch dabei war, war lediglich für ein paar Stunden gebucht. Die Bedürfnisse scheinen sich dahingehend wohl langsam zu ändern.

 

Wie machst du das vor Ort, kommst du alleine oder hast du Hilfe? Wechselst du zwischen Fotos und Videoaufnahmen ab? Du wirst dich ja nicht teilen können?

Teilen wäre super und auch wenn man mein Logo den Eindruck entstehen lässt, ich hätte acht Arme, ist das natürlich nicht der Fall.

Ich biete meinen Paaren verschiedene Optionen an. Ich kann sowohl als Fotograf, als auch Videograf gebucht werden. In beiden Fällen komme ich in der Regel alleine.

Als Videograf konzentriere ich mich ausschließlich darauf, diesen wichtigen Tag mit all seinen großen und kleinen Momenten in Bewegtbildern festzuhalten, Fotos mache ich dann keine.

Wenn mich ein Paar als Fotograf bucht, liegt mein Fokus auch ganz klar auf der Fotografie! Ich biete hier aber eine kleine Besonderheit und zusätzliche Option, das Fusion-Video. Das bedeutet, es gilt immer ‚Foto first‘, vor allem bei den wichtigen Momenten des Tages. Es gibt aber dazwischen in der Regel genug Zeit, Video-Sequenzen von der Atmosphäre und der Stimmung einzufangen. Daraus kreiere ich dann einen ca. drei- bis fünfminütigen Film, für welchen das Videomaterial mit den Foto-Highlights zusammengeschnitten wird.

Wenn ein Hochzeitspaar sowohl eine Fotoreportage als auch einen gleichwertigen Hochzeitsfilm haben möchte, geht das auch. Das mache ich zusammen mit meinem Kollegen Daniel als Storyteller (www.storytellers.film). In der Regel filme ich dann und Daniel fotografiert.

 

Seit wann begleitest du Hochzeiten?

Die Fotografie und Videografie begleitet und fasziniert mich schon seit meiner Studienzeit. Beides war und ist auch immer Teil meines beruflichen Alltags als Designer. Tatsächlich habe ich für mich dann irgendwann einen beruflichen Ausgleich gesucht. Ich hatte den Wunsch etwas zu schaffen, das Menschen lange und vor allem emotional berührt und kam so zur Hochzeitsfotografie. Das mache ich jetzt im fünften Jahr und bin immer noch total begeistert.

Wie findet die Vorbereitung statt? Sprichst du mit den Paaren Wünsche ab und hältst dich eher daran oder lässt du dich auf der Hochzeit treiben und verlässt dich auf den Instinkt, schon den richtigen Schnappschuss zu machen? Kommen Paare mit konkreten Wünschen?

Bevor ein Paar und ich zusammenkommen, gibt es immer ein Gespräch, am liebsten bei einem persönlichen Treffen. Dabei geht es vor allem darum, sich etwas kennenzulernen und festzustellen, ob die Chemie passt. Für mich ist es das Allerwichtigste, immerhin bin ich für Stunden Teil ihrer Hochzeit. Aber natürlich geht es auch darum, herauszufinden, was dem Paar wichtig ist und wie die beiden sich ihren Tag vorstellen. Bei einem Paar hat zum Beispiel der Hund die Eheringe gebracht, bei einem anderen Paar bestand ein Teil der Trauung aus philippinischen Bräuchen. Solche Dinge sind immer gut zu wissen, da kann ich mich drauf vorbereiten. Da ich mich aber als stiller Beobachter sehe, besteht der größte Teil meiner Arbeit aus aufmerksamem Beobachten. Ich bin den ganzen Tag total konzentriert und lasse mich von dem Tag treiben und überraschen. Es sollen ja authentische Aufnahmen entstehen und kein Drehbuch abgearbeitet werden.

 

Wie sieht deine Arbeit aus, bist du ‚nur‘ bei der Hochzeit vor Ort oder begleitest du das Paar eventuell auch schon in der Vorbereitung?

Meistens bin ich schon bei den Vorbereitungen dabei. Für mich persönlich ist es auch der tollste Einstieg in den Tag und ich glaube für Braut und Bräutigam auch. Beim ‚Getting Ready‘ herrscht einfach eine ganz besondere Stimmung, kann ich gar nicht beschreiben. Eine Mischung aus Vorfreude und Aufregung. Monatelange Planung mündet endlich in den bevorstehenden Stunden.

 

Bei mir verlässt kein unbearbeitetes Foto oder Video die Festplatte.

Nico von Nordheim

 

Nimmst Du die Bildauswahl selbst vor? Welches Material erhält das Hochzeitspaar?

Ich nehme die Bildauswahl und auch die Auswahl der Videosequenzen selber vor, ja. Das macht am Ende auch den größten Teil meiner Arbeit aus, die Auswahl und die Nachbearbeitung. Bei mir verlässt kein unbearbeitetes Foto oder Video die Festplatte. Ich nehme alle Fotos im RAW-Dateiformat auf, Videos mit einem extrem flachen Farbprofil – beides ermöglicht mir uneingeschränkte Möglichkeiten in der Nachbearbeitung. Ich will nicht zu technisch werden, aber das bedeutet eben auch, dass das unbearbeitete Material einfach nicht vorzeigbar ist.

Das Paar erhält dann je nach Paket eine bestimmte Menge an Fotos oder einen entsprechend langen Film. In der Regel sind es viel mehr Fotos als vereinbart und auch der Film wird meist länger – ich denke einfach bei zu vielen Motiven: „Das müssen die beiden auch noch sehen!“

 

 

 

Bist du auch überregional tätig?

Ja! Meistens werde ich innerhalb von NRW gebucht, ich hatte aber auch schon Hochzeiten in Bayern, Holland oder auf Mallorca. Im Grunde würde ich meine Paare aber auf der ganzen Welt begleiten!

 

Wie gehst du mit nervösen oder kamerascheuen Paaren und Gästen um?

Damit hatte ich bisher tatsächlich noch nie Probleme. Im Laufe des Tages nimmt man mich meist eh nicht wahr, da bin ich eher wie ein Schatten. Bei Gruppenfotos und beim Paarshooting gehe ich ganz entspannt und vor allem mit viel Humor mit den Leuten um. Natürlich gibt es immer mal die ein oder andere Person, die etwas scheuer ist und ein wenig mehr Zeit benötigt, um warm zu werden. Aber das merke ich und nehme dann den Druck raus. Alles ganz entspannt.

Eine Möglichkeit diese „Ängste“ zu überwinden, ist aber auch das Vorshooting. Das empfehle ich Paaren, die damit liebäugeln, vier bis sechs Wochen vor der Hochzeit. Bei dem Shooting spielt man sich schon einmal etwas ein – die Aufwärmphase bei der Hochzeit ist dann auch viel kürzer. Außerdem sind viele beruhigter, wenn sie dann die tollen Ergebnisse sehen.

 

Gibt es bestimmte Trends bei Foto und Video, die zurzeit besonders gefragt sind?

Authentische Fotos und echte Momentaufnahmen. Definitiv. Gestellte Posen beim Paarshooting oder Gruppenbilder in Herzform möchte eigentlich keiner mehr sehen. Kitsch ist glücklicherweise out! Hochzeiten waren vor einigen Jahren noch etwas klassischer und weniger individuell, mittlerweile heiraten die Paare nach ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen. Und das soll man eben auch auf den Fotos sehen. Fotos und Videos dürfen gerne wieder Korn und Kanten haben und im Kopf das auslösen, was die alten analogen Fotos im Schuhkarton auf dem Dachboden mit uns machen.

 

Möchtest du interessierten Hochzeitspaaren etwas zur Hochzeitsfotografie oder Videografie mit auf den Weg geben?

Genauso wichtig wie die technischen Skills, die der Fotograf oder Videograf von Hause aus mitbringen sollte, sind die zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Wenn es auf der Ebene nicht passt, wird man es zum einen hinterher auf den Fotos sehen und zum anderen den ganzen Tag einen Griesgram herumschwirren haben. Also unbedingt vorher mal schauen, ob es miteinander funktioniert. Ob jemand sein Handwerk beherrscht, sieht man dagegen schon an den Fotos und Videos, die vorab präsentiert werden. Außerdem sollte einem der Fotograf der Wahl das Gefühl geben, seinen Job und die damit verbundene Verantwortung absolut ernst zu nehmen.

 

Lieber Nico, vielen Dank für das Gespräch.

 


Solltet ihr noch weitere Fragen an Nico haben und euch für seine Hochzeitsaufnahmen interessieren, freut er sich, von euch zu hören. Besucht unser Herz-Ass Love & Weddings